InterWhisky – die größte, deutsche Whiskymesse

Die InterWhisky 2016 war meine erste Whiskymesse in Frankfurt und fand am vergangenen Wochenende vom 25. bis einschließlich 27. November im Gesellschaftshaus des Palmengartens statt.

InterWhisky - Whisky Messe Frankfurt 2016 // Herr Lutz

Der fantastische Saal des Gesellschaftshauses Palmengarten – mein Foto wird ihm nicht gerecht.

Anzeige – Da es sich um meinen ersten Besuch dieser Veranstaltung handelte, vermag ich natürlich nichts über die Entwicklung der größten deutschen Messe im Bereich Whisky und Whiskey zu sagen. Meine Sicht auf die InterWhisky ist vielmehr eine Momentaufnahme des ersten Kennenlernens.
Die Location, das Gesellschaftshaus im angeschlossenen Palmengarten, an sich, ist ein wahrer Augenschmaus. Der tolle Saal mit seiner umlaufenden Empore gibt mehr als einen gerechten Rahmen für edle Single Malts und ausgezeichnete Bourbons usw. usf.

Die Aussteller

Viele Besucher äußerten sich etwas enttäuscht darüber, dass es dieses Jahr wohl ein paar Aussteller weniger waren als in den Vorjahren. So verteilten sich die Stände jedoch besser (laut Aussagen der Besucher der zurückliegenden Messen) bzw. (auch meinem Eindruck nach) recht gut, wobei das eine oder andere Gedränge wohl auf Großveranstaltungen einfach nicht zu vermeiden ist.
Zu den fern gebliebenen zählten unter anderem die großen der Szene Pernod Ricard wie auch Diageo! Über die Gründe vermag ich hier nicht spekulieren, überraschend war es für mich dennoch. Dem Besucher sind auch lediglich die fehlenden Marken aufgefallen, denn das Gesellschaftshaus war meiner Meinung nach wirklich voll mit den Ständen von Beam Suntory, Borco, Campari, Moët Hennessy wie aber auch der unabhängigen Scotch Malt Whisky Society oder dem Großhändler Bremer Spirituosen Contor.

InterWhisky - Whisky Messe Frankfurt 2016 // Herr Lutz

Moët Hennessy präsentiert seine beiden Single Malts Ardbeg & Glenmorangie.

InterWhisky - Whisky Messe Frankfurt 2016 // Herr Lutz

Am Stand von Borco frönte ich meiner blühenden Leidenschaft für Bourbon.

Preise & Fakten für den Besucher

Nach €17,- Eintritt für die Tageskarte, konnte man sich für €2,- seiner Jacke an der Garderobe entledigen. Gläser wurden pfandfrei zusammen mit den Jetons; die die Währung auf der Messe bilden; für €1,- pro Stück ausgegeben. Was ich wirklich gut finde ist, dass man die nicht verbrauchten Chips vor dem Verlassen der Messe wieder zurück in Euros tauschen konnte. Jedoch fand ich es immer wieder etwas ungünstig erst Tauschen zu müssen um damit dann am Stand zu bezahlen. Besonders da die angebotenen Whiskys entsprechend der unterschiedlichen Qualitäten selbstverständlich auch im Preis variierten, von €1,-/cl bis zu €20,-/cl habe ich alles gesehen – oh Coins pro Zentiliter, pardon!
Verweilte man nun vielleicht für einen zusätzlichen Dram am Stand und kam durch die Beratung eventuell in die Laune einen weiteren Brand zu verkosten, musste man erst mal seine Reserven kontrollieren und sich ggf. für ein paar Minuten verabschieden um „nachzulegen“, da Bargeld von den Ausstellern leider nicht akzeptiert werden konnte (bzw. durfte).

Neben all den Whiskys und Whiskeys aus der gesamten Welt, die alle lockten probiert zu werden, fanden während der gesamten Öffnungszeit der Messe an allen drei Tagen u. a. äußerst interessante Master Classes statt. Gehalten von den Brand Ambassadors, Master Distillern oder sonstigen, fachkundigen Mitarbeitern. Ich hatte Dank der Einladung von Borcos Michael Rennies die Freude an der Master Class von Dave Mitten über die Geschichte, wie aber auch der Sensorik des Canadian Whiskys teilzunehmen. Mit Sicherheit einer der interessantesten Vorträge, die ich seit geraumer Zeit besuchte.

InterWhisky - Whisky Messe Frankfurt 2016 // Herr Lutz

Dave Mitton während seiner Master Class

Im Hinblick auf die vertretenen Raritäten und anwesenden VIPs der Szene verweise ich auf meine Kollegin Margarete und Ihren Blog Whisky und Frauen, da sie eine hervorragende und recht allumfassende Berichterstattung in diesem Bezug veröffentlicht hat.

Meine persönlichen Highlights

Ardbeg „Twenty One“
Ein anderer Ardbeg! Mild und elegant, sanft und großzügig. Seine 21 Jahre im Ex-Bourbon Cask verleihen ihm eine äußerst helle Färbung und der Torf weicht einer gar fruchtigen, frischen Note. Bis heute diskutiere ich mit mir selbst, wie ich ihn finde. Alles natürlich eine rein subjektive Betrachtung, aber jüngere Ardbegs treffen meinen persönlichen Geschmack deutlich besser.

Jura „One for the Road“
Anlässlich des Ruhestands von Willie Cochrane wurde diese Abfüllung auf den Markt gebracht. Ganze 22 Jahre ist er alt und erhielt sein Finish in Ex-Pinot-Noir Fässern. Cremige Süße von Honig, reifen und karamellisierten Früchten – ein Single Malt Whisky, der so manches Dessert eines Gänge-Menüs zu ersetzen vermag.

Jim Beam „Distiller’s Masterpiece“
Ein zehnjähriger Bourbon, der seine sagenhaft milde Komplexität in Ex-Pedro Ximénez Sherry-Fässern erhielt. Süße Aromen, mildes Holz, fruchtige Süße des Sherry Casks – so erlebte ich diesen Bourbon, den ich in einem Blind Tasting wohl niemals als amerikanischen Whiskey benannt hätte. Lediglich die zugleich sanfte, aber anhaltende Vanille-Note hätte ihn vielleicht als Mais-Brand enttarnen können.

Die Interwhisky ist eine sehr angenehme Messe in einem wunderschönen Ambiente! Trotz einiger Neu-Entdeckungen werde ich nächstes Jahr meinen Schwerpunkt auf die angebotenen Master Classes legen und freue mich schon jetzt auf das, was sich die Brennereien und Konzerne für uns ausdenken werden.

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