Eine Runde durch Mecklenburg

Vor lauter Arbeit und Freizeitstress kommt man einfach zu nichts, also wundert es Niemanden, dass wir bereits am langen Wochenende 01. bis 03. Mai mit den Motorrädern durch Mecklenburg gekurvt sind, aber ich erst jetzt mal ein paar Zeilen dazu hochschiebe.

 

In der Vorfreude auf den Wonnemonat Mai, Sonne und laue Temperaturen habe ich Coco wochenlang dazu überredet; böse Zungen sprechen zwar von Nötigung, aber wer hört schon auf die Kritiker; die Mopete mal auf Mittelstrecke galoppieren zu lassen und zu viert, also 2 Motorräder und wir beide, ein langes Wochenende im benachbarten Mecklenburg zu verbringen.

route

Am 1. Mai ging es morgens bei richtig miesen Wetteraussichten und nicht mal 10°C über Geesthacht nach Dömitz über Parchim zu unserer Unterkunft in Rostock. Glück im Unglück, es war weitgehend trocken, aber ich will ehrlich sein, der ganz große Spaß kam nicht so richtig auf, da die Pfoten am Lenker wirklich schnell sehr kalt wurden und uns dann doch noch ein paar Schauer begleiteten. Knappe 100 km vor Rostock fiel das Thermometer immer weiter, sodass aus dem Regen zwischenzeitlich Hagel wurde. Da wir natürlich die Bundesstraßen mieden, fluchte Coco spätestens jetzt über die Buckelpiste, die man hier als Landstraße bezeichnete, ihre mit Stummellenker ausgestattete Triumph Bonneville meisterte diese Herausforderung jedoch sehr gut. Mit meiner Scrambler ging mir direkt das Herz auf und so wurde auch hier maßvoll am Hahn gezogen als die Federbeine endlich mal voll genutzt wurden.

2015-05-01 16.10.01

Durchgefroren und glücklich über unsere Ankunft im Motel One lachte mittlerweile sogar wieder die Sonne über Rostock. Somit wurden die Bikes abgestellt und eine Fußrunde durch die Innenstadt gedreht. Ziemlich ordentlich und sauber, leider auch ein wenig leer, was wahrscheinlich dem Feiertag und den geschlossenen Geschäften geschuldet sein musste.

Am zweiten Tag ging es nach einer ernüchternden Frühstücksrunde schnell wieder auf die beiden Stahlrösser um über die mecklenburger Seenplatte eine kleine Rundfahrt über Waren an der Müritz und zurück nach Rostock zu machen. Das Wetter war nicht unbedingt viel besser, aber dank dem verhaltenen Sonnenschein war es wohl gute 5°C wärmer als am Tag zuvor, die Laune von uns beiden dankte es jedenfalls! Wie es der Zufall so will landeten wir pünktlich zur Ausfahrt mitten in den Mecklenburger Motorradtagen in Malchin. Im ersten Moment wunderten wir uns über den Stau, dann über die vielen Zweiräder bis wir schließlich ein Plakat entdeckten, welches uns aufklärte. Wie die Jungfrau zum Kinde, aber wenn man denn schon mal da ist…

In the middle of the big cruise of Mecklenburger Motorrad Tage yesterday Ein von Michael Jerry Lutz (@jerry1507) gepostetes Foto am

Wir fuhren eine gute Stunde im Pulk mit bevor wir uns an einer Kreuzung in Richtung Waren ausklinkten. Es war auf jeden Fall ein sehr bunter Haufen von Chopper über DDR-Oldtimer bis hin zu Sportlern und Supermotos, die einen Wheelie nach dem anderen auf den Asphalt legten. Kurios waren auch die vielen Eigenbauten und TÜV-freundlichen Um- und Anbauten. Einer hatte die Endrohre durch 6″ Plastik(abwasser)rohre ersetzt, die Fehlzündung spürte ich ca. 5 m hinter ihm, vom Knall brauch ich gar nicht erst zu sprechen 😉

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Zu Waren an der Müritz kann ich nur sagen: Sieht hübsch aus, liegt ganz fein im Nationalpark, aber man greift dem gemeinen Touristen gleich mit beiden Händen ins Portemonnaie. Das Matjesbrötchen mit dem Backfisch und den Fritten wurde am Imbiss selbst geholt, mit Kaffee und Wasser abgerundet und brannte sich mit 18€ in mein Gedächtnis. Selbst für hamburger Verhältnisse ganz sportlich, wie ich finde…

Zurück in Rostock wurde noch mal „richtig“ im Ratskeller gegessen, danach mussten wir auf diesen erlebnisreichen Tag noch die Hotelbar unter die Lupe nehmen. Nicht gerade „cosy“ aber auf jeden Fall stylish eingerichtet, ein Hauch skandinavisches Design, wenn man mich fragt. Die Auswahl der Drinks ist gut und die Preise sind recht normal, wenn man von Hotelbars spricht.

We made it to the bar, yeeehhhaaa!! 😉

Ein von Michael Jerry Lutz (@jerry1507) gepostetes Foto am

Am letzten Morgen nutzten wir der Einfachheit halber das Frühstücksbuffet des Hotels und waren doch recht zufrieden, auch wenn es nach Paleo-Maßstäben quasi kaum etwas gibt, aber man soll die Sache ja nicht zu verbissen sehen… Nach einem kurzen Abstecher durch Warnemünde führte unser Weg nun über Wismar zurück nach Hamburg. Wie soll es auch anders sein: Das Wetter war abermals besser als am Tag zuvor und die Sonne strahlte in bester Manier vom Himmel und zauberte uns knappe 20°C Rahmenbedingung – warum nicht von Anfang an? Nicht zuletzt auf Grund des schönen Wetters haben wir kaum gehalten und somit auch eigentlich keine Fotos mehr gemacht, aber ich kann jedem versichern, dass die ganze Ecke wirklich ein Hingucker ist. Alle paar Kilometer steht ein altes Gutshaus, ein Schloss oder gar ein Gestüt! 2015-05-02 14.38.14Abschließend sei gesagt, dass Coco ihre erste große Motorrad-Ausfahrt mit Bravur ohne Gemecker oder Gejammer gemeistert hat. Trotz des schlechten Wetters zu Beginn ist sie tapfer an meinem Hinterreifen geblieben und über die holprigen Landstraßen gefegt. Der Test wurde bestanden, auf zu neuen, noch größeren Abenteuern!! Wo geht’s denn hier zu den Alpen? Wheels & Waves 2016? Wir werden sehen, der Grundstein jedenfalls ist gelegt!

The classic motorcyclist’s tan: panda eyes 😀 #nofilter Ein von Michael Jerry Lutz (@jerry1507) gepostetes Foto am

2 replies on “Eine Runde durch Mecklenburg

  • Sascha

    Toller Artikel und cool, dass Du Coco jetzt langstreckenfähig gemacht hast. Das eröffnet Euch ja ganz neue Möglichkeiten. Und außerdem drängt mich der Artikel im positiven Sinne dazu, nun doch mal verbindlich über den Motorrad Führerschein nachzudenken. Freue mich auf den nächsten Bericht und die Bilder. Gruß, Sascha

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